Ein „utopisches“ wenngleich auch höchst interessantes Wochenthema in der Zeitung Freitag, zum Thema Krise.
Drei Autoren beschreiben mögliche, sich aus der Krise heraus entwickelnde neue Gesellschaftssysteme.
Szenario 1 von Hans Thie sieht eine drei nötige Entwicklungsstationen, um zum Ziel, einer bunt bevölkerten Station zu gelangen, in der Wissenschaft, Kultur und Kunst zu Hause sind; alles frei und kostenlos ist und global Anerkenntnis als Leitmotiv herrscht. „Vor allem die Menschen sind in ihrem Wesen weicher. Weniger Hochmut und Demutsgesten. Kaum noch Verachtung und blinder Zorn.“
Szenario 2 von Niels Boeing prognostiziert das langsame Ende der Überkommunikation und der Entwicklung eines sozialen Internets. Online-Communities, die ihr Know-How auf lokale Initiativen übertragen. Jedoch bewirkt der Zusammenbruch der Volkswirtschaft und des Finanzsektors auch den der Telekommunikationsfirmen. Es entstehen wackelige Freifunknetze, Menschen schließen ihre Computer zusammen, vergleichbar den überladenen Stromleitungen nach dem Millenium in Georgien. Der Zusammenbruch ist ein Nährboden für lokale Produktion und lokale Demokratie.
Szenario 3
von Ulrike Baureithel meint, daß der Verlauf der Kernschmelze des Systems nur wenige voraussagen zu wagen. Was aber passiert wirklich, wenn es keine Arbeit mehr gibt, die Zahlungen ins Stocken geraten. Die Leute müssen essen, also organisieren sich sich in (Food) Coops. Die Idee des Wirkenswesens stammt von jener der Peer-Group-Kooperation, die vorraussetzt, daß zum einen Eigentum durch Besitz und Nutzung ersetzt wird, und dass zum anderen Menschen willens sind, ihr Wissen einzubringen.
Baureithel schließt mit der soweit zu beurteilen, „realistischeren“ Prognose: Ob aus der Postapokalypse ein Laboratorium des Gemeinsinns und Gemeinwesens entstehen kann, wird entscheidend davon abhängen, ob die von der Krise Freigestellten nicht um das nackte Überleben kämpfen müssen. Not macht erfinderisch aber nicht frei.
Alle drei Szenarien, so scheint es, sind wohl weniger global, als sie glauben, als für die westliche Welt ausgerichtet. Wie aber sieht es aus in den Dritte Welt Ländern, wenn wir schon den Strom mit dem Nachbarn teilen, der ihn wiederum von der einzigen Leitung, die es noch gibt, herleitet?
Auf diese Frage vermag Wirtschafts-Nobel-Preisträger Paul Krugmann eine mögliche Antwort geben. Er spricht „von einer Mutter aller Krisen, von der keiner weiß, wie lange sie andauern wird, außer, wir fänden einen anderen Planeten, auf den wir exportieren könnten.“ Diese unerfreuliche Vorhersage ist leider nicht anderes als eine allzu wahrheitsgetreue Momentaufnahme über die vermutlich letzten, verzweifelten Atemzügen des Kapitalismus.
In Ghana gewinnen fast 500,000 Menschen in aufwendigster Kleinarbeit täglich 13 Kilogramm Gold; große Flächen des Regenwalds werden großzügig gerodet und Abwässer der Minengesellschaften einfach in den Fluss, der Lebensquelle von dortigen Einwohnern, gekippt. So, als gäbe es kein Morgen. Und die Tatsache eines fehlenden außerirdischen Handelspartners verdrängend.
Quellen:
der Freitag, Nr. 13, Wochenthema, 12. März 2009
Ö1 Nachrichten, Bericht/Interview Paul Krugmann, 17. März 2009
Die Presse, Goldrausch in Ghana-auf der Spur der Gier, Sonntag, 12. März 2009
Wednesday, March 18, 2009
Tuesday, March 17, 2009
Grosnys verlorene Kinder
In diesem Bericht aus der Serie Witness begleitet Ragi Omar den Arzt Khassan Baiev, der in seine Heimat Tschetschenien zurückgekehrt ist, um sich der schweren Hinterlassenschaft des Krieges anzunehmen. Damit ist auch die Zukunft seines Landes gemeint: nämlich die unzähligen Kinder, die während russischer Anschläge Ende der 1990er Jahre Arme und Beine verloren haben. Oder auf den immer noch unentschärften 500,000 Minenfeldern durch Unglücksfälle zu Opfern werden. Eine internationale Entschärfungskommission wurde von russischer Seite abgewiesen, seitdem bleiben große Flächen von Land unbrauchbar.
Eine Schwester vom Grosny State Kinderspital erzählt, daß Behinderungen bei Kindern nach Kriegsende stark zugenommen haben. So kamen viele Babys mit Gehirnschäden zur Welt oder anderen krankhaften Symptomen, die das Zentralnervensystem angreifen.
Dr. Baiev sieht sich mit einem anderen Phänomen konfrontiert: Kinder, die mit gespaltener Lippe geboren werden, das ihnen Nahrungsaufnahme schwierig und schmerzhaft macht. Eine direkte Folge der Schockeinwirkung, die schwangere Frauen damals in Panik und Sorge um sich und ihre Familien erfahren haben. „Vor dem Krieg habe ich vielleicht ein oder zwei solcher Kinder gesehen...nun beinahe jeden Tag,“ sagt Dr. Baiev erschüttert.
Nach seinem Dienst im Krankenhaus fährt er in ein abgelegenes kleines Dorf nahe der Grenze zu Inguschetien. Dort besucht er den 14-jährigen Muslim, der bei einem Spaziergang durch einen Friedhof über eine Granate stolperte, die explodierte.
Dr. Baviev hat dem Jungen versprochen, das nötige Geld für zwei Prothesen zu sammeln, die besser auf seine Beine passen, als die ungenauen vom staatlichen Krankenhaus. Der Junge soll wieder Fußballspielen können. Bis dahin muß er mit seinem Rollstuhl auf unebenem Erdboden zurechtkommen.
Für die vielen Eltern ist Dr. Baiev ein Held. Auch während des Krieges hat er im Keller seines Wohnhauses Notoperationen durchgeführt, um so viele Leben zu retten, als ihm nur möglich war.
„Ich bin keine Maschine...nur ein Mensch. Ich brauche Zeit, um das alles wieder vergessen zu können...Nein, ich bin kein Held...nur ein Doktor. Ein Mensch,“ sagt er mit tränenerstickter Stimme.
Der zweiteilige Bericht aus der Serie Witness vom Nachrichtensender Aljazeera zu finden unter:
http://de.youtube.com/watch?v=HLgVO8jo5vg&feature=channel
Eine Schwester vom Grosny State Kinderspital erzählt, daß Behinderungen bei Kindern nach Kriegsende stark zugenommen haben. So kamen viele Babys mit Gehirnschäden zur Welt oder anderen krankhaften Symptomen, die das Zentralnervensystem angreifen.
Dr. Baiev sieht sich mit einem anderen Phänomen konfrontiert: Kinder, die mit gespaltener Lippe geboren werden, das ihnen Nahrungsaufnahme schwierig und schmerzhaft macht. Eine direkte Folge der Schockeinwirkung, die schwangere Frauen damals in Panik und Sorge um sich und ihre Familien erfahren haben. „Vor dem Krieg habe ich vielleicht ein oder zwei solcher Kinder gesehen...nun beinahe jeden Tag,“ sagt Dr. Baiev erschüttert.
Nach seinem Dienst im Krankenhaus fährt er in ein abgelegenes kleines Dorf nahe der Grenze zu Inguschetien. Dort besucht er den 14-jährigen Muslim, der bei einem Spaziergang durch einen Friedhof über eine Granate stolperte, die explodierte.
Dr. Baviev hat dem Jungen versprochen, das nötige Geld für zwei Prothesen zu sammeln, die besser auf seine Beine passen, als die ungenauen vom staatlichen Krankenhaus. Der Junge soll wieder Fußballspielen können. Bis dahin muß er mit seinem Rollstuhl auf unebenem Erdboden zurechtkommen.
Für die vielen Eltern ist Dr. Baiev ein Held. Auch während des Krieges hat er im Keller seines Wohnhauses Notoperationen durchgeführt, um so viele Leben zu retten, als ihm nur möglich war.
„Ich bin keine Maschine...nur ein Mensch. Ich brauche Zeit, um das alles wieder vergessen zu können...Nein, ich bin kein Held...nur ein Doktor. Ein Mensch,“ sagt er mit tränenerstickter Stimme.
Der zweiteilige Bericht aus der Serie Witness vom Nachrichtensender Aljazeera zu finden unter:
http://de.youtube.com/watch?v=HLgVO8jo5vg&feature=channel
Monday, March 16, 2009
Die Kunst in den Blondinenwitzen
Über einen Blondinenwitz kann bald einmal gelacht werden, einen erfinden mag schon schwieriger erscheinen und dessen Sinn können nur die wenigsten erklären.
Die beiden Künstlerinnen Anetta Mona Chisa (Prag) und Lucia Tkácová (Bratislava) haben sich in einer ihrer Arbeiten dem Phänomen und Vorurteil "blond" auf ganz originelle Weise gewidmet.
Ihre Arbeit Haiku zeigt den Versuch, Blondinenwitze sprachlich so zu verwandeln und auf poetische Ebene zu heben, um bösen Zungen an ihren Platz zu verweisen. So haben Chisa und Tkácová eine Anzahl der im Internet zu Massen nachlesbaren Standard-Partyknüller durch einen English-Japanischen Online-Übersetzer laufen lassen und dann die Japanische Übersetzung wieder zurück ins Englische übersetzt.
Vorausgesetzt dem Wissen, daß es in der japanischen Sprache im Vergleich zur englischen oder deutschen keinen Plural gibt, keinen Fall, keine Artikel oder grammatisches Geschlecht, kann das Ergebnis mit einem Wort zusammengefasst werden: Haiku. Dies widerum ist eine traditionelle und hochkomplizierte japanische Dichtungsform, die aus einer bestimmten Anzahl von Silben in einer bestimmen Aneinanderreihung metrischer Phrasen komponiert wird, niedergeschrieben natürlich in traditioneller vertikaler Anordnung. Und somit entstehen profane Drei- oder Zweizeiler (übrigens die festgelegte Länge) wie:
How the blonde which is fridge
You had known
Lipstick of cucumber
Oder
How the blonde of her knees is obtained?
It comes.
Witzexperten könnten diese mühelos auf ihre Originalvorlage zurückführen. Bei Haiku steht nicht das unmittelbare Deuten und Verstehen im Vordergrund sondern die Beobachtung und Reflektion einer Momentaufnahme, die das Haiku oftmals darstellt.
Somit offenbart sich wohl auch der höhere Sinn des Inhalts.
"Übersetzt" man die japanische Bedeutung nun auf jene der Blondinenwitze, kommt nur eines in den Sinn: das Fehlen eines solchen von der ersten bis zur letzten Silbe.
Haiku war als Teil der Einzelausstellung Footnotes to Business, Footnotes to Pleasure
in der Galerie Christine König zu sehen.
Die beiden Künstlerinnen Anetta Mona Chisa (Prag) und Lucia Tkácová (Bratislava) haben sich in einer ihrer Arbeiten dem Phänomen und Vorurteil "blond" auf ganz originelle Weise gewidmet.
Ihre Arbeit Haiku zeigt den Versuch, Blondinenwitze sprachlich so zu verwandeln und auf poetische Ebene zu heben, um bösen Zungen an ihren Platz zu verweisen. So haben Chisa und Tkácová eine Anzahl der im Internet zu Massen nachlesbaren Standard-Partyknüller durch einen English-Japanischen Online-Übersetzer laufen lassen und dann die Japanische Übersetzung wieder zurück ins Englische übersetzt.
Vorausgesetzt dem Wissen, daß es in der japanischen Sprache im Vergleich zur englischen oder deutschen keinen Plural gibt, keinen Fall, keine Artikel oder grammatisches Geschlecht, kann das Ergebnis mit einem Wort zusammengefasst werden: Haiku. Dies widerum ist eine traditionelle und hochkomplizierte japanische Dichtungsform, die aus einer bestimmten Anzahl von Silben in einer bestimmen Aneinanderreihung metrischer Phrasen komponiert wird, niedergeschrieben natürlich in traditioneller vertikaler Anordnung. Und somit entstehen profane Drei- oder Zweizeiler (übrigens die festgelegte Länge) wie:
How the blonde which is fridge
You had known
Lipstick of cucumber
Oder
How the blonde of her knees is obtained?
It comes.
Witzexperten könnten diese mühelos auf ihre Originalvorlage zurückführen. Bei Haiku steht nicht das unmittelbare Deuten und Verstehen im Vordergrund sondern die Beobachtung und Reflektion einer Momentaufnahme, die das Haiku oftmals darstellt.
Somit offenbart sich wohl auch der höhere Sinn des Inhalts.
"Übersetzt" man die japanische Bedeutung nun auf jene der Blondinenwitze, kommt nur eines in den Sinn: das Fehlen eines solchen von der ersten bis zur letzten Silbe.
Haiku war als Teil der Einzelausstellung Footnotes to Business, Footnotes to Pleasure
in der Galerie Christine König zu sehen.
Sunday, March 15, 2009
Issey Miyake
„In einer Welt, in der Grenzen gesprengt und Tag für Tag vor unseren Augen neu gezogen werden, bleiben, meiner Empfindung nach, die Menschen ohne festen Bezugspunkt zurück,“ erklärte Issey Miyake in einer Vorlesung am Londoner Central Saint Martins College of Art and Design. „Ich halte Grenzen sogar für notwendig. Immerhin sind diese das Ergebnis von Kultur und Geschichte. Aber statt der Steinmauern der Vergangenheit erhoffe ich mir transparente Grenzen.“
Obwohl Miyake mit seinen Konzepten der Vision einer globalen Kultur wohl sehr nahe kommt, zählt er als Pionier des als heute bekannten und bewunderten „japanischen Designs“. In Japan gilt auch heute noch die Tradition, dass der Stoff im Mittelpunkt steht und den Körper umhüllt, umgekehrt der westlichen Auffassung, den Körper möglichst vorteilhaft zu betonen. Issey Miyake befasst sich intensiv mit der Beziehung von Körper und Stoff. Nicht nur verwischt er die Grenze zwischen Körper und Material, sondern er macht sie gewissermaßen unsichtbar.
Issey Miyakes Philosophie und kreative Energie fasziniert umso mehr, wenn man über seine Kindheit weiß, über die er nicht gerne spricht. Geboren wird Miyake am 22. April 1938 in Hiroshima, sieben Jahre vor der bekannten Katastrophe, bei der er seine Mutter verliert. Seitdem hat er seinen blick immer nach vorne, in die Zukunft gerichtet.
Obwohl er einerseits versucht, die Kimonokultur zu durchbrechen, bindet er andererseits die japanische Tradition der handwerklichen Verarbeitung und Materialauswahl stets mit ein. „Es ist notwendig, dass auch in Zukunft alle, und nicht nur eine kleine Anzahl Auserwählter, das traditionelle Handwerk überall auf der Welt zu schätzen wissen. Das kann man nur erreichen, indem die Tradition mit Hilfe neuer Technik wieder modern gemacht wird. Wenn es uns nicht gelingt, die Tradition dem heutigen lebensstil anzupassen - was Funktion und Preis betrifft - dann kann es sein, dass sie ausstirbt,“ erzählt er Mark Holborn, Autor des Buches Issey Miyake.
In seinen Präsentationen bedient er sich nie dem konventionellen Laufsteg. Er lässt seine Models durch ein Tokioter Parkhaus mit acht Stockwerken laufen; in einer anderen Präsentation „Issey Miyake and Twelve Black Girls” (1976) tragen zwölf schwarze Models, darunter übrigens die legendäre Grace Jones, hautenge Kreationen des Meisters. Anfang der 1980er Jahre benutzt er für eine Schau das Deck eines im Hudson River verankerten Flugzeugträgers.
Einen Meilenstein in Sachen Stoffverarbeitung setzt er Anfang der 1990er Jahre mit der Linie „Pleats Please”, indem er den prozess des plissierens (in falten legen) einfach umkehrt. Anstatt wie üblich Polyester unter Hitzeeinwirkung zu plissieren und dann nach schnitt zu fertigen, gibt er den bereits fertigen Zuschnitt in die Faltenpresse und experimentiert zusätzlich mit verschiedenen Stoffen.
Ein wichtiger Bestandteil seiner arbeit ist das konstante weiterentwickeln seiner Konzepte. Durch das ständige Vorwärtsbewegen scheint er die Zukunft förmlich in die Gegenwart transferieren zu wollen. Und dieser verleiht er durch Kollaborationen wie mit Choreograph William Forsythe (bis 2004 am Frankfurter Ballett) immer wieder ein neues Gesicht. Der Issey Miyake Concept-Store in New York ist von Stararchitekt Frank Gehry entworfen.
Mein Artikel in voller Länge nachzulesen in der März Ausgabe von pool_26
oder
http://www.pool-mag.net/content1.html?id=607&iid=26
Obwohl Miyake mit seinen Konzepten der Vision einer globalen Kultur wohl sehr nahe kommt, zählt er als Pionier des als heute bekannten und bewunderten „japanischen Designs“. In Japan gilt auch heute noch die Tradition, dass der Stoff im Mittelpunkt steht und den Körper umhüllt, umgekehrt der westlichen Auffassung, den Körper möglichst vorteilhaft zu betonen. Issey Miyake befasst sich intensiv mit der Beziehung von Körper und Stoff. Nicht nur verwischt er die Grenze zwischen Körper und Material, sondern er macht sie gewissermaßen unsichtbar.
Issey Miyakes Philosophie und kreative Energie fasziniert umso mehr, wenn man über seine Kindheit weiß, über die er nicht gerne spricht. Geboren wird Miyake am 22. April 1938 in Hiroshima, sieben Jahre vor der bekannten Katastrophe, bei der er seine Mutter verliert. Seitdem hat er seinen blick immer nach vorne, in die Zukunft gerichtet.
Obwohl er einerseits versucht, die Kimonokultur zu durchbrechen, bindet er andererseits die japanische Tradition der handwerklichen Verarbeitung und Materialauswahl stets mit ein. „Es ist notwendig, dass auch in Zukunft alle, und nicht nur eine kleine Anzahl Auserwählter, das traditionelle Handwerk überall auf der Welt zu schätzen wissen. Das kann man nur erreichen, indem die Tradition mit Hilfe neuer Technik wieder modern gemacht wird. Wenn es uns nicht gelingt, die Tradition dem heutigen lebensstil anzupassen - was Funktion und Preis betrifft - dann kann es sein, dass sie ausstirbt,“ erzählt er Mark Holborn, Autor des Buches Issey Miyake.
In seinen Präsentationen bedient er sich nie dem konventionellen Laufsteg. Er lässt seine Models durch ein Tokioter Parkhaus mit acht Stockwerken laufen; in einer anderen Präsentation „Issey Miyake and Twelve Black Girls” (1976) tragen zwölf schwarze Models, darunter übrigens die legendäre Grace Jones, hautenge Kreationen des Meisters. Anfang der 1980er Jahre benutzt er für eine Schau das Deck eines im Hudson River verankerten Flugzeugträgers.
Einen Meilenstein in Sachen Stoffverarbeitung setzt er Anfang der 1990er Jahre mit der Linie „Pleats Please”, indem er den prozess des plissierens (in falten legen) einfach umkehrt. Anstatt wie üblich Polyester unter Hitzeeinwirkung zu plissieren und dann nach schnitt zu fertigen, gibt er den bereits fertigen Zuschnitt in die Faltenpresse und experimentiert zusätzlich mit verschiedenen Stoffen.
Ein wichtiger Bestandteil seiner arbeit ist das konstante weiterentwickeln seiner Konzepte. Durch das ständige Vorwärtsbewegen scheint er die Zukunft förmlich in die Gegenwart transferieren zu wollen. Und dieser verleiht er durch Kollaborationen wie mit Choreograph William Forsythe (bis 2004 am Frankfurter Ballett) immer wieder ein neues Gesicht. Der Issey Miyake Concept-Store in New York ist von Stararchitekt Frank Gehry entworfen.
Mein Artikel in voller Länge nachzulesen in der März Ausgabe von pool_26
oder
http://www.pool-mag.net/content1.html?id=607&iid=26
Interview Dai Fujiwara

Dai Fujiwara, creative director of Issey Miyake, talks about his work and the importance of a successfull combination between tradition and technology.
SP: Mr Dai Fujiwara, you have been with Issey Miyake since 1994 and are now the creative director.
How important was this process to absorb the philosophy if Issey Miyake and to mature your own strength and ideas as designer?
DF: I am very thankful for the experience and opportunities that have opened up and allowed me to break existing barriers and to explore new dimensions. My personal work ethics are deeply rooted in teamwork. Mr. Miyake and I also regularly spend time together to exchange opinions about different aspects of clothing and fabrics.
SP: What do you consider the biggest challenge in your work?
DF: It is about developing new ideas and concepts, and to exceed our clients’ expectations.
SP: What does tradition mean to you?
DF: It is the appreciation of a kind of concealed contentment and quality which will grow over the course of time.
SP: How important do you consider the balance of tradition (handcraft) and modern technology?
DF: Issey Miyake has always been interested in keeping the balance between excellent craftsmanship and technological innovation. Still, for our concepts, the need of human hand is indispensable.
SP: In your work you are constantly moving between “today” and “tomorrow”. How do you keep your focus on essential things?
DF: At the end of each day, I try to get comfortable, listen to some music and reflect on what I did during the day. But I also have great expectations for the next day. In addition, I like to boost my concentration with candy, without which I could rarely solve a task. My relation to sweets is similar to a bear’s relation to honey.
SP: How do you think the world’s current political and financial situation could change people’s attitude towards fashion?
DF: Perhaps people become more realistic and reflective when asking themselves “What do I want to do?” and “What should I wear?” There might be an increased awareness with regard to selection and purpose.
Read my full interview with Issey Miyake Creative Director Dai Fujiwara
in the March edition of pool_26
or http://www.pool-mag.net/international/content1.html?id=622&iid=26
Photo: Tamotsu Fujii / Issey Miyake
Monday, February 2, 2009
Beyond Bedlam poetry of the mind
TODAY
By Angela. S. Hart
Today I put coffee powder in the washing-machine
Married the goldfish
Borrowed a fiver off my teddy-bear,
And spoke to my friend Alex on the telephone.
REACTIVE DEPRESSION
By Mary O'Dwyler
The World is crying
Sobbed a broken umbrella,
Under the weather.
From
Beyond Bedlam
Poems written out of mental distress
A collection of poetry to mark the 750th anniversary
of the founding of the Royal Bethlem Hospital (the "original"
Bedlam), Europe's oldest mental health institution, to raise money
and to promote a more positive, informed and compassionate understanding
of mental illness.
Edited by Ken Smith & Matthew Sweeney / Anvil
By Angela. S. Hart
Today I put coffee powder in the washing-machine
Married the goldfish
Borrowed a fiver off my teddy-bear,
And spoke to my friend Alex on the telephone.
REACTIVE DEPRESSION
By Mary O'Dwyler
The World is crying
Sobbed a broken umbrella,
Under the weather.
From
Beyond Bedlam
Poems written out of mental distress
A collection of poetry to mark the 750th anniversary
of the founding of the Royal Bethlem Hospital (the "original"
Bedlam), Europe's oldest mental health institution, to raise money
and to promote a more positive, informed and compassionate understanding
of mental illness.
Edited by Ken Smith & Matthew Sweeney / Anvil
Sunday, February 1, 2009
Tribute to Anita Berber
Anita Berber was a dancer in Berlin in the 1920s. She claimed fame and notoriety with her dances like Cocaine, Morphine, Suicide or Astarte, that she performed together with her partner Sebastian Droste. Painter Otto Dix created the famous image of Berber in her red tight "Morphine" dance costume. Through her daring and innovative style she became a pioneer of the so-called Ausdruckstanz (expression dance). Anita Berber died before her 30th birthday in Berlin (1928).


Photos: © Sandra Pfeifer / www.raw-art.net 2007 Paris
MORPHINE danced by Anita Berber MUSIC by Spoliansky
A crystal- piercing cry A delicate sound
And singing Poems by Verlaine
Venice and the gondolas
Srabaya And Java
Strange flowers And greenhouse plants
Painted people And listless sounding bells
So far So distant Merging...Breathing...
An old baroque chair ...Hands
They fold And stretch
Black Velvet soft panthers
And it smiles Like sphinxes
It is a painting
And the deadly yellow-green poison covers everyting
Yet her cry pierces
And the sound clinks and rattles
A baroque chair with hands
THE SEVEN ADDICTIONS AND FIVE PROFESSIONS
OF ANITA BERBER
Weimar Berlin's Priestess of Depravity
Mel Gordon / A Feral House Book


Photos: © Sandra Pfeifer / www.raw-art.net 2007 Paris


Photos: © Sandra Pfeifer / www.raw-art.net 2007 Paris
MORPHINE danced by Anita Berber MUSIC by Spoliansky
A crystal- piercing cry A delicate sound
And singing Poems by Verlaine
Venice and the gondolas
Srabaya And Java
Strange flowers And greenhouse plants
Painted people And listless sounding bells
So far So distant Merging...Breathing...
An old baroque chair ...Hands
They fold And stretch
Black Velvet soft panthers
And it smiles Like sphinxes
It is a painting
And the deadly yellow-green poison covers everyting
Yet her cry pierces
And the sound clinks and rattles
A baroque chair with hands
THE SEVEN ADDICTIONS AND FIVE PROFESSIONS
OF ANITA BERBER
Weimar Berlin's Priestess of Depravity
Mel Gordon / A Feral House Book


Photos: © Sandra Pfeifer / www.raw-art.net 2007 Paris
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